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(Pearl Jam - Backspacer)
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Einmal bitte über den Himalaya

geschrieben am 29.04.2010 von ledocteur (Bewertung: 7/10)
zur Veröffentlichung Dancing the Whole Way Home von Miss Li
bisher 2237 Mal angesehen


Wenn man an Schweden denkt, so denkt man in den meisten Fällen an rote Landhäuser mit weißen Balken, an Schnee, Elche, blonde Menschen und vielleicht auch an Michel aus Lönneberga. Neulich, morgens beim Zähneputzen dachte ich aber an Schweden, die relative Flachheit der Stieg Larsson Triologie (hat irgendwie nix mit Musik zu tun, kam mir aber trotzdem in den Sinn) und erstaunlicherweise auch an Sonnenschein. Das hatte einen Grund: Es lief nämlich das Album „Dancing the Whole Way Home“ von „Miss Li“.

Schon seit 2006 produziert die schwedische Band mit Linda - „Miss Li“ - Carlsson als Frontfrau leicht-seichten Gutfühl-Pop. Aufmerksam darauf wurde ich allerdings erst als ein bekannter Computerhersteller mit Apfel als Firmenlogo für eines seiner seicht-leichten Gutfühl-Produkte einen Werbespot produzierte, der nach einer adäquaten Musikausstattung verlangte. Die älteren Veröffentlichungen großzügig überspringend besorgte ich mir gleich das neuste Album und führe mir ebendieses in passend seichten (wie zum Beispiel im Bad – wer hätte gedacht, dass das hier noch so in ein solches Wortspiel-Feuer ausartet) Momenten zu Gemüte.

Das ganze Album startet recht vielversprechend mit „I Heard of a Girl“ und kräftigen Gitarrenakkorden. Auch sonst folgen einige wohlbekömmliche Appetithappen, „Old Dirty Man“ mit netter Bassbegleitung und „Is This the End“ für den geneigten Gitarren-Nachspieler. Allgemein ist mir noch aufgefallen, dass in einem Stück („Stupid Girl“), nachdem der Text schon zweimal wiederholt wurde in ein leicht verständliches „lalalala …“, „… and now everyone … lalalala …“ übergegangen wird. Aber was soll man sagen - wenn man ein ganzes Album nach bereits 4 vorangegangenen Veröffentlichungen produzieren soll, dann geht hin und wieder die Substanz aus.

Dann der Hit der Platte: „Burgeous Shangri-La“, in bereits erwähntem Werbeclip verwendet, mit lockerem Xylophon-Glockenspiel-Intro. Auch mal ganz nett, hört man nicht oft. Das Xylophon scheint ja im Allgemeinen bei so ziemlich jeder Art von Musikrichtung eher unbeliebt. Nun gut, nach Absolvieren dieses Stücks hat auch dann die Platte ihren Höhepunkt überschritten und flacht angenehm dem Ende zu.

Im Stück „The Boy in The Fancy Suit“ dann schraubt sich die Stimme in wispernd-versagende Höhen hinauf (Ist das so gewollt, oder ging einfach nur die Puste auf und das Studio war so teuer, dass kein Geld mehr da war das ganze noch einmal aufzunehmen?) und verliert dadurch ein wenig an Kraft. Das ganze Album endet dann schön einfach (man erinnere sich „lalala...“) mit dem Lied „Stupid Girl“, wobei das ja zum Zähneputzen-im-Bad-hören dann doch eher abends geeignet ist.

Als Fazit, wie zu erwarten bei den meisten Pop-Platte mit einem großen Werbehit: Ein Kracher, der Rest ganz annehmbar, schön verträglich abgemischt, aber durchaus eine Kaufempfehlung.

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